Digitales CBI-Monitoring nach TURP/TURB: Ergebnisse einer klinischen Machbarkeitsstudie

Nach TURP/TURB ist die kontinuierliche Blasenspülung (CBI) klinischer Standard – ihr Monitoring erfolgt im Alltag jedoch häufig noch punktuell und subjektiv.

Eine prospektive Feasibility-Studie untersucht, ob sich CBI-Parameter wie In-/Outflow und Einfärbung der Spülflüssigkeit kontinuierlich und verlässlich digital erfassen lassen.

Quelle: Glienke M, et al. Real-time digital monitoring of continuous bladder irrigation: clinical evaluation of a sensor-based system for hematuria and catheter-associated events.Frontiers in Digital Health (2025). DOI: 10.3389/fdgth.2025.1634537.  

Studie auf einen Blick: Studiendesign und Methodik

Design

Prospektive Feasibility-Studie

Population

n = 20 (TURBT n=11, TURP n=9)

Dauer

~ 4 Stunden

Sensorik

In-/Outflow (Gewicht), Spüleinfärbung (optisch)

Referenz

Manuell alle 20 min; BGA selektiv

Zentrale Ergebnisse der Studie zum digitalen CBI-Monitoring

Im Fokus der Analyse standen vier zentrale Aspekte der digitalen CBI-Überwachung, die für den klinischen Alltag besonders relevant sind. Die Ergebnisse lassen sich in vier Punkte zusammenfassen:

Volumenmessung (In/Outflow): Die sensorbasierte Erfassung von Ein- und Ausfluss zeigte eine hohe Übereinstimmung mit manuellen Referenzmessungen. Abweichungen lagen im Bereich weniger Milliliter.
 

Spüleinfärbung im Verlauf: Veränderungen der Spüleinfärbung wurden kontinuierlich als Verlauf erfasst und entsprachen qualitativ den verfügbaren Werten.
 

Flow-Unregelmässigkeiten: Das System erkannte Ereignisse wie Drainage-Unterbrechungen oder Luftblasen, die im bedside-Check klinisch bestätigt wurden.
 

Akzeptanz bei Patient:innen: 13 von 20 Patient:innen bevorzugten das sensorbasierte Monitoring gegenüber einer rein visueller Kontrolle.

Bedeutung für den klinischen Alltag

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass ein kontinuierliches, objektives Monitoring zentraler CBI-Parameter im klinischen Alltag technisch und organisatorisch umsetzbar ist. In-/Outflow-Verläufe sowie Veränderungen der Spüleinfärbung werden verständlich visualisiert und über mehrere Stunden nachvollziehbar.

Für den klinischen Alltag kann das bedeuten:

Objektive Verläufe statt Momentaufnahmen


Frühere Hinweiseauf Flow-Auffälligkeiten möglich


Nachvollziehbare Übergaben bei Schichtwechseln


Datenbasis für Qualitätssicherung und Dokumentation

Wie die Autor:innen den möglichen Nutzen einordnen: Die Autor:innen diskutieren, dass kontinuierliche Verläufe Komplikationen früher erkennbar machen und Entscheidungen unterstützen könnten. Als potenziellen Vorteil nennen sie zudem Entlastung im Pflegealltag (z. B. in Nacht- oder Hochlastsituationen) sowie mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Dokumentation.

Vom Studienprototyp zur klinischen Anwendung: filaxONE

Das in der Studie eingesetzte System wurde zur nächsten Generation weiterentwickelt und ist heute als filaxONE verfügbar. Die klinisch evaluierte Sensorik bildet den technischen Kern und wird durch Funktionen für den Routinebetrieb ergänzt.

Ziel ist es, CBI von einer schwer dokumentierbaren Phase zu einem transparenten, messbaren Abschnitt des urologischen Behandlungspfads zu machen – als Grundlage für klinische Entscheidungen, Pflegeorganisation und Qualitätsarbeit.

Fazit

Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass sensorbasiertes, kontinuierliches Monitoring zentraler CBI-Parameter nach TURP/TURBT im klinischen Alltag technisch umsetzbar ist. In-/Outflow-Verläufe und Veränderungen der Spüleinfärbung wurden stabil erfasst und verständlich visualisiert. Flow-Unregelmässigkeiten wurden erkannt und am Bett bestätigt.

 

Aussagen zu patientenrelevanten Outcomes, Workflow-Effekten oder ökonomischem Nutzen lassen sich aus diesem Design noch nicht ableiten und erfordern weiterführende Studien.

Quelle: Glienke M, et al. Real-time digital monitoring of continuous bladder irrigation: clinical evaluation of a sensor-based system for hematuria and catheter-associated events.Frontiers in Digital Health (2025). DOI: 10.3389/fdgth.2025.1634537.  


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